Sommer 2006 – Alle um mich herum waren eine Zeitlang ziemlich genervt von Einladungen zu dgzmf.de, einer Jugend-community. Interessanterweise meldeten sich hier nicht nur user der Generation Chips an, sondern auch jene der Generation Praktikum, MTV oder Golf. So kam dann auch ich an eine Einladung.
dgzmf.de bot dem user 1 (eine) Funktion: Seine Freundesliste pflegen.
Nachdem Beziehungsmanagement Basisanforderung jeder Community geworden ist und eigentlich schon 2006 niemanden mehr begeistert hat, erscheint der Erfolg umso erstaunlicher: In kurzer Zeit hatten sich 2 Mio. Mitglieder bei dgzmf.de registriert. Die klassischen Medien waren erstaunt über den schnellen Erfolg des damals 16-jährigen Gründers Daniel Minini und virales Marketing war (mal wieder) das Wort der Stunde. Grund für den Erfolg mag wohl die simple Handhabung gewesen sein, um seine Freunde online zu pflegen. Etwas derart Reduziertes gab es bis dato nicht.
Die sperrige Domain wurde nach ein paar Monaten gegen eine bessere getauscht: dugg.de. Oder war vielleicht doch der DER SPIEGEL schuld?
Jahreswechsel 2007/2008 – dugg.de bekommt eine sechsstellige Finanzspritze von der std informationsservice GmbH.
Februar 2008 – dugg.de taucht wieder auf. Durch eine E-Mail-Kampagne sollen die toten dugg.de-accounts reanimiert werden. Ich habe so einen davon. Gab auch wenig Grund für mich, sich wieder einzuloggen. Freundeslisten habe ich zwischenzeitlich tausende einige.
Neugier treibt mich dennoch zu dugg.de und ich stelle fest: überall Basisanforderungen. Es gibt Profile, Fotos, Videos, Tags, Nachrichten und natürlich die Freundesliste. Im Grunde nichts, was dugg.de von schüler- oder studiVZ.de elementar unterscheiden würde. Durch die ganzen Funktionen fernab der Freundesliste hat sich dugg.de vergleichbar gemacht. Zudem ist der Markt für communities 2008 wesentlich enger geworden.
Ich bin gespannt, welche Aktionen noch gestartet werden und wie es mit dugg.de weitergeht. Da nun ein Investor mit an Bord ist, wird wohl an den Funktionalitäten gefeilt und die community stärker in den Markt gedrückt werden.
Wenn in Zukunft also wieder nervende Einladungen verschickt werden: Ich hatte davor gewarnt.

